Krebs in jungen Jahren» Kinderwunsch trotz Krebs

Schwangerschaft und Kinder nach Krebs

Die Heilungschancen bei einer Krebserkrankung sind heute besser denn je. Das Thema Kinderwunsch steht daher zu Recht für nicht wenige ehemals Betroffene bei der Lebensplanung mit an vorderster Stelle.
Experten raten aber, mit einer Schwangerschaft nach dem Behandlungsende noch eine Zeit lang zu warten. Natürlich gibt es individuelle Unterschiede, doch als Faustregel gelten etwa zwei Jahre. Dies ist ein durchschnittlicher Erfahrungswert: So lange dauert es meist, bis sich das Risiko für einen Rückfall verringert und die Patientin die Krankheit bewältigt und verarbeitet hat. Denn eine Krebserkrankung hinterlässt Spuren - am Körper und an der Seele!

Die Chance, nach einer erfolgreichen Krebstherapie schwanger zu werden, bestimmen viele individuelle Faktoren, etwa
die Art der Erkrankung und der Behandlung. Operationen, Chemotherapie, Bestrahlung oder Hormontherapie können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
Auch müssen Entscheidungen getroffen werden, die das spätere Leben beeinflussen, obwohl ein Kinderwunsch eventuell zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht besteht.
Das Thema Kinderwunsch sollten betroffene Frauen daher gemeinsam mit dem Partner und dem behandelnden Arzt abklären. Dabei sollte auch besprochen werden, inwieweit die Fruchtbarkeit beeinträchtigt wird und ob dem vorgebeugt werden kann.

Wer Angst hat, das Krebsrisiko weiter zu vererben, kann sich vom behandelnden Arzt an eine genetische Beratungsstelle überweisen lassen.

Gerade dann, wenn eine Krebserkrankung untypisch früh aufgetreten ist, zum Beispiel Brustkrebs, Darmkrebs oder Prostatakrebs, hilft eine solche Beratung, die Risiken für den zukünftigen Nachwuchs besser einschätzen zu können.

Kann man nach Krebs schwanger werden?
Wer nach einer Krebserkrankung ein Kind möchte, macht sich meist auch Gedanken um eine mögliche Schädigung des Neugeborenen. Hat die Chemotherapie oder Bestrahlung etwa der Beckenregion die Ei- oder Samenzellen geschädigt? Steigt die Wahrscheinlichkeit, ein behindertes Kind zu bekommen? Wie sieht es mit dem späteren Krebsrisiko des Nachwuchses aus?

Diese Ängste sind berechtigt und sollten mit dem Arzt besprochen werden. Krebspatientinnen und ihre Partner können sich auch anhand ihrer persönlichen Behandlungsunterlagen bei den so genannten genetischen Beratungsstellen informieren.

Junge Frauen, die nach einer Brustkrebserkrankung noch eine Familie gründen oder weitere Kinder haben wollen, können sich in Brustkrebszentren vorstellen, um dort mit Spezialisten ihre persönliche Situation zu besprechen.

Exkurs: Fruchtbarkeit beim Mann
Auch beim Mann kann die Krebstherapie Einfluss auf seine Fähigkeit nehmen, eigene Kinder zu bekommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass seine Zeugungsfähigkeit beeinträchtigt wird, ist abhängig von der Art der Krebserkrankung, vom Alter und von der gewählten Behandlungsmethode. In den meisten Fällen ist es ratsam - zumindest vorsorglich - Spermien einfrieren zu lassen, um so eine spätere künstliche Befruchtung zu ermöglichen. Denn sowohl die Chemotherapie als auch Bestrahlungen können die Hoden so stark schädigen, dass nach der Behandlung keine zeugungsfähigen Spermien mehr produziert werden.

Welche Auswirkungen eine Krebstherapie in der Kindheit auf die Fruchtbarkeit hat, ist zurzeit noch weitgehend unklar. In solchen Fällen, in denen die Pubertät auszubleiben scheint, kann vielfach mittels Hormontherapie die Geschlechtsreife erreicht werden.

Ein wichtiger Hinweis für die Zeit während der Chemotherapie: Da einige Substanzen und ihre Abbauprodukte in die Samenflüssigkeit übergehen, ist es ratsam Kondome zu benutzen.

Anlaufstellen / Informationen:
Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. - BPS
Postfach 10 11 25
30983 Gehrden
Tel. 05108-926646
Fax 05108-926647

www.hodenkrebs.de
Informationen der
Interdisziplinären Arbeitsgruppe Hodentumoren

DIZG Deutsches Institut für Zell- und Gewebeersatz GmbH
Innovationspark Wuhlheide
Manfred-von-Ardenne-Haus 42
Köpenicker Straße 325, 12555 Berlin
Tel. 030- 6576-3050
Fax: 030 - 6576-3055

DIZG Deutsches Institut für Zell- und Gewebeersatz GmbH
Delitzscher Strasse 135, 04129 Leipzig
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