Krebs in jungen Jahren» Einfluss auf den Hormonhaushalt

Hormonmangelerscheinungen nach Krebstherapie

Risiko III: An der Uhr gedreht: Verfrühte Wechseljahre
Egal welches Verfahren im Kampf gegen den Krebs eingesetzt wird, jede Therapie hat mehr oder weniger Einfluss auf die hormonelle Situation junger Patientinnen. Für viele Patientinnen bedeutet dies heute immer noch, dass sie verfrüht in die Wechseljahre versetzt werden, ihr natürlicher Alterungsprozess wird um Jahre verkürzt. Die normale Reifung des weiblichen Körpers wird beschleunigt, so dass die eigentliche Phase "natürlicher Weiblichkeit", das "Frau sein" junger Frauen viel zu früh unterbrochen wird. Das bedeutet zunächst: Nach der Therapie bleibt die Periode aus, Schleimhäute werden trocken und auch die Lust auf Sex lässt deutlich nach.

Junge Patientinnen erfahren alle Symptome, die sie normalerweise erst Jahre später beim Eintritt in die Wechseljahre erleben würden. Dazu zählen Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen. Ein Trost: Nach einiger Zeit klingen diese kurzzeitigen Symptome des hormonellen Umbruchs ab. Anders steht es um die schwerwiegenderen Veränderungen von Organ- und Körperfunktionen.

Durch den Hormonmangel bedingt stellt sich der Stoffwechsel um. Die Folge: Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen und mangelnder hormoneller Schutz vor Verengungen der Blutgefäße.

Jung aber gebrechlich
Ein wesentliches Problem bei jungen Patientinnen, deren Hormonproduktion vorzeitig stillgelegt wird, ist das erhöhte Risiko einer Osteoporose .

Beim Knochenschwund ist das normalerweise zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau bestehende Gleichgewicht massiv gestört, und die Osteoklasten ("Knochenklauer") bauen erheblich mehr Knochensubstanz ab, als die Osteoblasten ("Knochenbauer") wieder aufbauen können. Von diesem Hormon-bedingten Knochenschwund sind im Prinzip alle Frauen betroffen. Auch ansonsten gesunde Frauen verlieren vom 40. bis 70. Lebensjahr durchschnittlich 40% ihrer maximalen Knochenmasse und erkranken entsprechend häufig an einer Osteoporose.

Ganz besonders problematisch ist diese Entwicklung aber, wenn der Knochenabbau nun schon viele Jahre vor den natürlichen Wechseljahren beginnt: Bei diesen Frauen altert das Knochengerüst quasi im Zeitraffer, und oft kommt es schon in jungen Jahren zu den typischen Osteoporose-bedingten Brüchen einzelner Wirbelkörper und Gelenke.

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