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„Über-Lebensplan für junge Krebspatientinnen“
Wozu brauche ich einen „Über-Lebensplan“?
Ihre Welt steht Kopf. War der Alltag, die Zukunft vor einigen Tagen, Wochen oder Monaten noch so selbstverständlich, so fangen Sie jetzt an, alle Planungen in Frage zu stellen. Auch wenn Sie ein Mensch sind, der in dem Augenblick lebt und nach Lust und Laune die Zeit verbracht hat, ist es vielleicht nun soweit, über Ihr bisheriges Leben nachzudenken. Natürlich steht nach der Diagnose die körperliche Behandlung an erster Stelle. Aber bald gibt es auch therapiefreie Phasen in Ihrem Leben, in denen Sie sich mit dem Alltagsleben auseinandersetzen können und auch müssen. Viele Krebserkrankungen sind heute gut heilbar. Je nachdem, wie Ihre Prognosen stehen: Verlieren Sie Ihre Pläne und Wünsche nicht aus den Augen. So erschreckend die Erkrankung auch ist, es ist an der Zeit, Ihr Leben neu zu ordnen. Was wollen Sie? Wie leben Sie? Waren Sie bisher zufrieden? Gibt es unerfüllte Träume?
Räumen Sie auf!
Der erste Schritt, sich selbst zu helfen, ist, bewusst zu leben, zu wissen, wo Sie hin möchten. Auch in der Therapie kann es hilfreich sein, sich kleine, aber erreichbare Ziele zu setzen, um das Leben nicht aus den Augen zu verlieren. Nehmen Sie sich bewusst Zeit für Ihre innersten Gedanken und seien Sie sich selbst gegenüber ehrlich. Das Leben bewusst zu überdenken, kann manchmal sehr hilfreich sein und verschafft mehr Orientierung.
Was ist der „Über-Lebensplan“?
Wir haben für Sie einen Über-Lebensplan entwickelt, der Ihnen helfen soll, Ihre eigene Situation besser erfassen zu können. Er soll dazu anregen, über Ziele und Wünsche nachzudenken, die durch die Tragweite des ersten Schocks nach der Diagnose vielleicht in den Hintergrund geraten sind. Das können einfache materielle Dinge sein, wie beispielsweise ein bestimmtes Kleidungsstück, das Sie sich insgeheim schon lange wünschen, aber auch Lebensträume, wie eine ganz besondere Reise. Egal, wie Sie Ihr Leben vor der Diagnose geplant haben: Werfen Sie Ihre Wünsche und Ziele nicht unreflektiert hin. Viele Dinge lassen sich auch mit der Erkrankung, und sei es auch nur in kleinen Schritten, realisieren.
Vielleicht gab es schon vor Ihrer Diagnose bestimmte Punkte im Leben, die Sie – wenn auch nur unbewusst – schon immer belastet haben. Etwa ein Streit, der nie bereinigt worden ist, oder eine Gewohnheit, die Sie schon lange zur Weißglut bringt. Auch für solche eher unangenehmen Themen gilt: Schaffen Sie sich ein seelisches Gleichgewicht, indem Sie versuchen, innere oder auch „verdeckte“ Konflikte zu lösen oder unliebsame Angewohnheiten endlich über Bord zu werfen.
Wie funktioniert der Über-Lebensplan?
Der Über-Lebensplan ist als Anstoß zu verstehen, über Lebensbereiche nachzudenken und gegebenenfalls Veränderungen in Ihrem Leben zum Positiven zu wenden. Vielleicht denken Sie sogar daran, Ihr Leben neu zu ordnen. Damit wären Sie nicht allein. Viele Krebspatienten leben nach und mit der Erkrankung viel bewusster.
Wir haben Ihnen Platz gelassen, damit Sie Ihre Gedanken zum jeweiligen Thema aufschreiben können. So können Sie sich Ihre Gedanken immer wieder in Erinnerung rufen und nachprüfen, ob Sie etwas an Ihrer Planung geändert haben. Auch wenn sich manche Lebenspläne nicht realisieren lassen, gibt es vielleicht Alternativen, die auch Sie erreichen und erleben können.
Und noch etwas: Reden Sie darüber!
Oft kann es helfen, wenn Sie Ihren Über-Lebensplan mit einem Arzt oder Psychologen Ihres Vertrauens durchgehen. Professionelle Beratung finden Sie bei Krebsberatungsstellen. Die Mitarbeiter dort können Ihnen in schwierigen Situationen zur Seite stehen, denn nicht immer kann Ihnen Ihr Umfeld den Halt und Rat bieten, den Sie erwarten. Die meisten Menschen haben es nie gelernt, Menschen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen zu begegnen. Ein gesunder Mensch ist nicht immer in der Lage, die Gefühle eines Krebskranken zu verstehen.
Hier geht’s zum Überlebensplan (Download: PDF)
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